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Joschas Tagebuch - Heute: Ich, der Schiedsrichter


Nach den letzten Spielberichten wurde mir zugetragen, dass diese eine sehr subjektive Sicht darstellen. Dem versuche ich diesmal entgegenzuwirken indem ich mich in die Sicht des Schiedsrichters versetze.

Als Schiedsrichter hat man immer einen harten Job, doch dieses Spiel am Samstag in Aachen wurde für den Schiedsrichter noch anspruchsvoller als er je zu träumen wagte. Es galt das Spiel der Ratinger Füchse gegen Aachen zu pfeifen. Im Hinrundenspiel gab es ja mehrere Rote Karten und ich denke er wurde instruiert dieses Spiel mit „knallharter Neutralität“ zu pfeifen. Doch, ich frage mich, wie soll man denn als Schiedsrichter neutral bleiben, wenn auf der einen Seite Ich als Mittelblock spiele?

Der Schiedsrichter gab sein bestes; pfiff Netz- und Aufstellungsfehler bei uns Füchsen, doch als Ich dann bei einem Stand von 16:18 eine 8er Aufschlagserie hinlegte, damit beinahe an den legendären Rekord von Lars Müller herankam und den Satzgewinn herbeiführte war es um seine Neutralität geschehen.

Der zweite Satz, war der schönste Satz den er je in seiner Schiedsrichterkarriere pfeifen durfte. Nicht nur meine Angriffe über die Mitte, nein der ganze Spielablauf war eine Symphonie. Der sichere und stetige Aufbau, eingeleitet durch die konstante Annahme und Abwehr von Phillip Rohrschneider, die Tempiwechsel herbeigeführt durch den erfahrenen Zuspieler Kartheuser und die pompösen Abschlüsse durch Lukas Lübke waren Musik in seinen Augen. Wie jedem großen Komponisten war Daniel Reitemeyer aber klar, dass ein wahres Meisterwerk auch von Umbrüchen und Kanten lebt und so wusste er Lars Lindstaedt einzusetzen, der die Dissonanzen des Gegners einfach wegblockte und mit diesen harten Tönen nur umso mehr Fabian Dickens, in einer nie dagewesen Zartheit und Lieblichkeit, herübergeschobenen Lobs konterkarierte und hervorhob.

Auch die beinahe schon humorösen aber auch hochmodernen, sich gegen jegliche Klassik aufbäumende Einschübe, wie beispielhaft Müllers „Ich-mache-mich-klein-und-trotzdem-einen-Punkt-mit -meinem-Gesicht-Abwehr“ oder Lindstaedts Fußballeinlage zeigten, ohne im Vorführhaften zu bleiben, sondern immer mit Ziel vor Augen, die unglaubliche Varianz und den Einfallsreichtum der Füchse.

Mit dem 25:15 Satzgewinn war es ein kurzer aber genialer zweiter Akt.

Doch um den Spannungsbogen zu halten und den Zuschauern und uns Schiedsrichtern mehr Zeit zu vergönnen verloren wir Füchse den dritten Satz. Es war nicht tragisch, es war einfach nur eine nette Geste um nicht übermenschlich zu wirken.

Der letzte Akt hingegen war wieder voller Spannung und Hingabe. Einzig und allein, völlig unerwartet enttäuschte Ich. Ich der tatsächlich drei Geschenke nicht verwandelte und sogar einmal ins Netz schlug. Doch es trat ein neuer Held hervor, der die Spannung, die sich bis zum 24:23 in unerträglicher Weise aufgebaut hatte, pulverisierte. Ein phänomenaler Angriff der den Ausgleich für Aachen bedeutet hätte, wurde einfach von dem Fels in der Brandung, der das zweite Mal das Libero Trikot tragende, Philip Rohrschneider abgewehrt und von Lukas Lübke gnadenlos zu Ende geführt.

Somit gewannen die Füchse.

Nach dem Spiel konnte der Schiedsrichter mich noch interviewen und herausfinden wie es zu den drei Fehlangriffen kam: Die eine Stunde und drei Minuten währende Hinfahrt und Dauerbeschallung mit Karnevalsmusik, haben mich wohl psychisch ermattet, teilte ich ihm mit.

FÜCHSE zu abgebrüht für gute Fischenicher

 

 

Eigentlich wollte Trainer Daniel Reitemeyer mit einem größeren Kader als im ersten Spiel das Debüt im heimischen Fuchsbau bestreiten, allerdings musste er wieder improvisieren. Kurzfristig musste er nämlich noch zusätzlich zu den "geplanten" Ausfällen auf Libero Ayhan Ülkü (PKW-Panne) und Nachwuchstalent Lukas Lübke (keine Freigabe der WVV-Auswahl) verzichten. So standen wieder nur acht Spieler auf dem Spielberichtsbogen und Außenangreifer Philip Rohrschneider gab seinen Einstand im FÜCHSE-Trikot als Libero.

Man merkte gleich im ersten Satz die Marschroute des Trainers. Vor Spielbeginn forderte Reitemeyer von Beginn an Aufmerksamkeit und Leidenschaft, Motivation und positive Energie.
Schnell lagen die FÜCHSE mit 3:0 in Front und hielten diesen Vorsprung auch bis zur Mitte des Satzes. Fischenich kämpfte sich allerdings wieder heran und so gestaltete sich ein Spiel auf gleicher Augenhöhe. Erst am Ende des Satzes konnten die FÜCHSE ihre Erfahrung ausspielen und so ging der erste Durchgang mit 25:23 an den Gastgeber aus Düsseldorf/Ratingen.

Der zweite Satz gestaltete sich ebenfalls lange Zeit ausgeglichen. Keine der beiden Mannschaften konnte sich entscheidend absetzen und so wechselte das Aufschlagrecht stets hin und her. Erst zum Ende des Satzes legten die FÜCHSE einen Spurt ein und zogen dem Gegner einige Punkte davon, Fischenich konnte in dieser Phase des Spiels allerdings nicht mehr kontern und so ging der Satz recht deutlich mit 25:21 an die FÜCHSE.

Im dritten Satz zeigten sich die FÜCHSE dann von ihrer schwarzen Seite. Fischenich brauchte gar nicht besonders raffiniert Spielen und großartig spektakuläre Aktionen zeigen, sondern die FÜCHSE produzierten nur noch Fehler und verloren jede Form von Selbstvertrauen. Folge war keine Ordnung mehr auf dem Feld, Angriffe landeten entweder im Block oder außerhalb des Feldes und die Aufschläge landeten ohne Risiko im Netz. Schnell lagen die Füchse mit bis zu sieben Punkten zurück und die Zuschauer rechneten schon mit einem vierten Satz. Doch dann kam alles anders. Die FÜCHSE rissen sich zusammen und alles lief diesmal in die andere Richtung. Beim Stand von 15:22 kam schließlich Lars Müller zum Aufschlag und setzte die gegnerische Abwehr im gezielten Jumpfloats unter Druck. Plötzlich lagen die FÜCHSE wieder mit 23:22 vorne. Fischenich glich zwar noch einmal aus, aber ein wuchtiger Angriff und ein technischer Fehler besiegelten das Schicksal der Hürther (25:23).

FÜCHSE: Bender, Dicken, Konstantynovski, Mayer, Müller, Rohrschneider, Schönke, F. Stuhlmann,

Nervöse FÜCHSE machen es dem Favoriten zu einfach

Der Abend im WVV-Pokal Viertelfinale hätte so schön werden können, doch die FÜCHSE machen es dem Zweitligisten aus Essen nur im ersten Satz nicht leicht.

Positiv gestimmt starteten die FÜCHSE in die Partie. Trainer Daniel Reitemeyer konnte auf einen Großteil der Mannschaft zurück greifen, um vielleicht das Unmögliche möglich zu machen. Dem Zweitligisten des VV Humann Essen ein Bein zu stellen, wäre wirklich verlockend gewesen.

Der erste Satz gestaltete sich lange Zeit auf gleicher Augenhöhe. Keine der beiden Mannschaften konnte sich schnell entscheidend absetzten. Bis weit über die Mitte des ersten Satzes schnupperten die Füchse vielleicht sogar am Satzgewinn, doch dann schlichen sich einige unnötige Fehler ein und der Favorit aus Essen nutzte diese eiskalt zum 21:25 Satzgewinn aus.

Infolgedessen verloren die FÜCHSE völlig den Faden. Viele unnötige Fehler im Angriff und leichtfertig verschlagene Aufschläge machen es dem Gast viel zu einfach. Ehe man sich versehen konnte, wurden bereits wieder die Seiten gewechselt. Auch, wenn die Füchse das einstellige Debakel noch verhindern konnten, ging der Satz deutlich mit 11:25 verloren.

Der dritte Satz verlief ebenfalls ohne deutliche Gegenwehr der FÜCHSE. Die Anzahl der Fehler wurde zwar etwas reduziert, doch hatte Essen keine Probleme den entscheidenden Satz mit 19:25 nach Hause zu bringen.

Festzuhalten bleibt allerdings, dass dies kein Beinbruch war. Viel wichtiger sind die kommenden Spiele in der Regionalliga. Hier gilt es dann eine konstante Leistung zu zeigen. Der Pokal war nur ein kleines Bonbon in einer, hoffentlich, erfolgreichen Saison.

FÜCHSE: Dicken, Kartheuser, Konstantynovski, Lindstaedt, Lübke, Mayer, Müller, Rohrschneider, Schönke, F. Stuhlmann, J. Stuhlmann

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Am kommenden Wochenende haben die FÜCHSE spielfrei. Jedoch wird die Zeit sinnvoll genutzt, um taktische und spielerische Feinheiten abzustimmen. Wir freuen uns auf das Turnier in Oldenburg!

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